Zwei Männer…….ein Klassiker…..und warum die Bären?

2. September 2016/Allgemein
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Kürzlich so geschehen:
Sitzen zwei Männer in einer Bar und unterhalten sich. Nach ein paar Bierchen werden die Gespräche tiefgründiger. Das heißt, der Alkoholpegel ist hoch genug, um mal Tacheles zu reden. Über Gefühle und so Sachen. Autos, Sport und Beruf hat man bereits im nüchternen und halb nüchternen Zustand bequatscht. Erzählt der eine, dass er seiner Frau nichts mehr recht machen kann. Ist er auf Dienstreise, ist er zu wenig zu Hause, arbeitet er zu Hause, ist er dauernd da. Und wenn er eh da ist, kann er doch auf die Kinder aufpassen. Er? Er arbeitet doch auch zu Hause, was denkt sich seine Frau denn? Versteht sie gar nichts? Und jetzt kommt das Verblüffende. Er meint, eine Mediation wäre gut. Verblüffend deshalb, weil Männer sich eher selten eingestehen, dass sie in irgendwas Unterstützung brauchen. Dem Freund scheint diese Einsicht zu gefallen und er ermutigt ihn, doch gleich morgen mit seiner Frau einen Termin für eine gemeinsame Mediations- Sitzung zu vereinbaren. Und nun kommt der Klassiker. Der Ehemann erwidert beinahe schockiert: Er? Nein, er braucht keine Mediation, seine Frau braucht eine. Sie hat ja die Probleme. Er hat keine.
Warum ist das ein Klassiker?
Egal, ob in der  Ehe, der Familie, einer Freundschaft oder in einer Arbeitsbeziehung, wir neigen gerne dazu im ANDEREN das Problem zu sehen und zu erwarten, dass sich dieser ändert. Macht er das, ist alles gut. Bei dieser Erwartungshaltung gibt es nur ein kleines Problem. Der ANDERE denkt vermutlich dasselbe von uns. Es gehören (fast) immer zwei dazu, einer alleine hat keinen Konflikt, wenn wir die mit uns selbst mal außen vor lassen. Nicht nur, dass wir gerne im Gegenüber das Problem und somit auch die Lösung sehen, wir glauben auch genau zu wissen, warum er was macht, was er sich dazu denkt und oft können wir sogar vorhersagen, wie er weiter agieren wird. Wir wissen ganz schön viel, ohne auch nur eine einzige unserer Annahmen im persönlichen Gespräch hinterfragt zu haben, oder? Interessanterweise reden wir in Konfliktsituationen weniger miteinander, wir denken mehr darüber nach und zwar alleine oder mit Außenstehenden. Nicht mit dem Konfliktpartner, dabei braucht es doch diesen zur Lösung. Abstand zu gewinnen ist oft hilfreich, aber danach muss der Weg wieder zueinander führen.
Das wirklich Schöne an nachhaltiger Konfliktlösung  ist, im Gegensatz zur Ignoranz oder  einer einseitig getroffenen Entscheidung, dass man sehr häufig völlig überraschende Erkenntnisse über den anderen und sich selbst gewinnt.
Lösungen finden wir am besten gemeinsam. Wer sich an der Lösung nicht beteiligt, darf sich danach auch nicht beschweren!
Zurück zu den beiden Freunden in der Bar. Ob der Ehemann am nächsten Morgen im nüchternen Zustand sich seine Sorgen und Befürchtungen noch eingestanden hat und sich seiner Ideen dazu bewusst war, wissen wir aktuell noch nicht.
Achja, eine Antwort bin ich Euch noch schuldig: Was haben die Bären damit zu tun? Sind Männer nicht ein bisschen wie Bären? https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%A4ren
Kräftig, nachtaktiv, Einzelgänger, anziehend und wir lieben sie einfach…………. Männer, ihr dürft gerne Eure Meinung dazu abgeben!
Alles Liebe,
Eure Silke aus der Streit.Werk.Statt

Comments (2)

  • Michael Schmid / 2. September 2016 / Antworten

    Schöne „Fabel“. Aber DIE Männer gibt’s es so nicht, ist eine unangenehme Verallgemeinerung IMHO

    • (Author) Silke Pauritsch / 2. September 2016 / Antworten

      Hallo Michael!
      Vielen Dank fürs Lesen und den ersten Kommentar!Damit hast du natürlich absolut recht. Ich will auch niemandem zu nahe treten und auf keinen Fall verletzen. Aber ich mag durchaus zum Hinterfragen veranlassen und interessante Diskussionen anregen und dazu kann es manchmal etwas provokant werden. Ok?
      Liebe Grüße
      Silke aus der Streit.Werk.Statt

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