MEDIATION - Lösen statt riskieren & ignorieren

Diese Streitbeilegung ist kein Nullsummenspiel

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MEDIATION ≠ NULLSUMMENPSPIEL

Entweder Otto, die Bulldogge, spielt mit dem Ball oder ich spiele. Sein Ballgewinn ist mein Verlust und umgekehrt. Die Annahme im Konfliktfall ist also, bekommt mein Konfliktpartner was er möchte, bekomme ich nicht, was ich will.

Ein NullsummenspielGewinner und Verlierer,  schwarz und weiß. Das Ergebnis bedeutet nicht zwangsläufig das Ende des Konflikts.


Bei einem Kompromiss gewinnt und verliert jeder ein bisschen. Es gibt gute Kompromisse, oft aber ist mit Kompromisslösungen keiner (langfristig) zufrieden und künftige Auseinandersetzungen sind wahrscheinlich.


Die Mediation zielt auf die endgültige Streitbeilegung ab. Sie hat den Anspruch Vereinbarungen hervorzubringen, die dauerhaft halten, von allen Beteiligten getragen, akzeptiert und als fair empfunden werden. Dieses Ziel wird mit gegenseitiger Achtung, einem klaren Blick auf die eigenen Interessen und die, des Konfliktpartners, sowie dem Hinarbeiten auf die Lösungen, die für alle Streitparteien einen Gewinn darstellen, erreicht.

Das sagt das Gesetz: ZivMediatG § 1

(1) Mediation ist eine auf Freiwilligkeit der Parteien beruhende Tätigkeit, bei der ein fachlich ausgebildeter, neutraler Vermittler (Mediator) mit anerkannten Methoden die Kommunikation zwischen den Parteien systematisch mit dem Ziel fördert, eine von den Parteien selbst verantwortete Lösung ihres Konfliktes zu ermöglichen.

(2) Mediation in Zivilrechtssachen ist Mediation zur Lösung von Konflikten, für deren Entscheidung an sich die ordentlichen Zivilgerichte zuständig sind.

Mediation, weil´s funktioniert, Geld, Zeit und Nerven spart!
IHRE SITUATION
  • Es gibt ernsthafte Meinungsverschiedenheiten.
  • Das Gesprächsklima wird zunehmend emotionaler.
  • Eigene Lösungsversuche bringen keine Fortschritte.
  • Standpunkte verhärten sich.
  • Der Streit belastet die Arbeits-/Lebensqualität.
  • Berührungspunkte mit dem Konfliktpartner sind unvermeidbar.
  • Dauerhaftes „Aus dem Weg gehen“ ist nicht möglich.
  • Die Situation belastet auch nicht (direkt) Beteiligte.
  • Die Beziehung verschlechtert sich zusehends.
  • Sie wünschen sich ein Ende der Streitigkeiten.
IHRE MOTIVATION
  • Ich will die Lösung mitgestalten und darüber verhandeln.
  • Ich will Termine, Dauer und die Kosten des Verfahrens mitbestimmen.
  • Ich will mir den externen Experten aussuchen.
  • Ich will/ muss mit meinem Streitpartner eine Gesprächsbasis erhalten, weil wir uns nach der Klärung noch begegnen werden.
  • Ich blicke in die Zukunft.
  • Ich will mein Umfeld so weit wie möglich heraushalten.
  • Ich will eine Lösung. Ich will keinen Kampf.
IHR KONFLIKT
  • Scheidung/Trennung
  • Erfüllung der Elternrolle nach erfolgter Trennung
  • Innerfamiliäre Rechtsgeschäfte (Erbschaft, Schenkung, etc.)
  • Zusammenleben im Haushalt (Eltern/Kinder)
  • Generationenkonflikt
  • Nachbarschaft
  • Arbeitsplatz ( Arbeitgeber, Mitarbeiter, Kollege,Team etc.)
  • Konflikt B2B, B2C
  • Allgemein: Der Konflikt besteht in einer Beziehung, mit wiederkehrenden Berührungspunkten der Streitpartner.
IHR EINSATZ
  • Gesprächs- und Hörbereitschaft
  • Diskussionsbereitschaft
  • Lösungswille
  • Zeit für die erste Sitzung (und folgende)
  • Kostenteilung
  • Der 1. Schritt: Einer muss aktiv werden!
In einer Mediation wird gelöst, geklärt und es werden neue Optionen entdeckt!
ABLAUF

Im ersten Termin wird die Mediation vereinbart. Der weitere Ablauf (Dauer, Termine, Kosten, offene Fragen) wird gemeinsam festgelegt. Je nach Konflikteskalation, Komplexität der Angelegenheit und Einsatzbereitschaft der Beteiligten variiert die Anzahl der notwendigen Sitzungen. Bei Bedarf wird vereinbart, dass sich die Konfliktpartner, gemeinsam oder getrennt, rechtlich beraten lassen oder eine andere fachliche Auskunft einholen. Je umfassender alle Fakten bekannt sind, umso zielführender kann verhandelt werden. Die Mediation kann jederzeit abgebrochen werden. Eine bestehende Klagemöglichkeit vor Gericht bleibt grundsätzlich erhalten. In bestimmten Fällen werden Fristen durch den Start der Mediation gehemmt.

MEDIATOR

Der Mediator leitet das Verfahren und sorgt für ein strukturiertes Vorgehen. Er achtet auf die Einhaltung von Ordnungsregeln, ist allparteilich, neutral und stellt Chancengleichheit in allen Phasen der Mediation her. Ist aus seiner Sicht eine Vereinbarung nicht erreichbar ist, bricht er die Mediation ab. Zu dem gibt der Mediator Impulse, um neue Sichtweisen, Ansichten und Einsichten zu gewinnen. Die Streitpartner sind letzten Endes, durch den sorgsamen Einsatz der bewährten Werkzeuge der Mediation, in der Lage ihren Konflikt beizulegen und sich auf eine Lösung zu einigen.

VEREINBARUNG

Über den Inhalt der Vereinbarung können die Konfliktpartner frei entscheiden. Die Kreativität der Streitpartner, findet lediglich in zwingenden Rechtsvorschriften ihre Grenzen. In vielen Fällen ist es deshalb sinnvoll, die getroffene Vereinbarung von einem Anwalt oder Notar prüfen zu lassen. Dieser große Entscheidungsspielraum, ermöglicht eine Lösung, die exakt auf die Bedürfnisse der Beteiligten im Individualfall angepasst ist. Durch eine notarielle oder gerichtliche Beglaubigung wird die Vereinbarung zu einem exekutierbaren Rechtstitel, wie ein Urteil. Grundsätzlich vereinbaren die Konfliktpartner welcher Verbindlichkeitsgrad der Vereinbarung zukommen soll.

GERICHT vs MEDIATION

Sowohl Gericht als auch Mediation streben das Ende des Konflikts an. Unterschiede gibt es in der Verfahrensdauer, den anfallenden Kosten, der Anzahl der Beteiligten und der Art und Weise des Verfahrens. Eine Auseinandersetzung mit dem Konfliktthema und dem Konfliktpartner passiert in beiden Fällen, jedoch aus einer anderen Motivation und mit einer anderen Zielsetzung.

GERICHT
MEDIATION

Das Gericht entscheidet aufgrund und im Rahmen von Gesetzen. Nicht jeder schwerwiegende Konflikt hat eine gesetzliche Grundlage und kann gerichtlich geltend gemacht werden. Es gibt eine Vielzahl an Streitfällen deren Gegenstand rechtlich nicht relevant ist. Kein Gesetz untersagt z.Bsp. dass Ihr Arbeitskollege jeden Morgen vor Ihren Augen und Ihrer Nase eine Leberkässemmel isst. Auch nicht, wenn Sie Veganer sind. Dennoch kann sich daraus ein ernsthafter Konflikt, mit weitgehenden Auswirkungen, entwickeln.

Ein Gerichtsverfahren kann sich über einen langen Zeitraum erstrecken und dementsprechend hohe Kosten für Verfahren und anwaltliche Vertretung erfordern. Das Ergebnis ist bis zur Urteilsverkündung (der letzten Instanz) ungewiss. Urteile werden häufig, zumindest von einer Partei, als ungerecht empfunden. Deshalb werden Rechtsmittel ausgeschöpft und es wird im Anschluss oft noch die Urteilsvollstreckung mit allen Mitteln erschwert und behindert.

In der Mediation ist der Erfolg stark vom Lösungswillen der Streitpartner abhängig.  Wenn das Ziel 100%ges Durchsetzen der eigenen Vorstellungen, ohne Bereitschaft, dem Konfliktpartner berechtigte Interessen zuzugestehen, wird eine Mediation, trotz größter mediatorischer Künste, keine Vereinbarung hervorbringen. Während eine Klage von einer Seite eingebracht wird, müssen die Streitpartner in der Entscheidung darüber, den Konflikt mittels Mediation lösen zu wollen, einig sein.

Die Medianden sind in ihrer Entscheidungsfindung weitestgehend frei. Grenzen stellen lediglich zwingende Rechtsvorschriften dar. Innerhalb dieser kann alles vereinbart werden. Der Spielraum für den Inhalt der Übereinkunft ist also, um ein Vielfaches größer, als bei einer Gerichtsentscheidung, und vor allem ist der Inhalt selbst bestimmbar. Aus diesem Grund wird eine mediatorisch erarbeitete Lösung exakt auf Ihr Problem, Ihre Bedürfnisse und Ihre Anforderungen angepasst sein. Niemand kann besser beurteilen, was für Sie annehmbar und akzeptabel ist, als Sie selbst!

Für die Wahl zwischen Gericht und Mediation ist Ihre persönliche Einstellung, Motivation, Bereitschaft und Erwartung entscheidend.

 

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Wollen Sie und Ihr Konfliktpartner Selbstbestimmung, eine dauerhafte Klärung und statt einer Gewinner-Verliererlösung, ein Ergebnis, das Ihren persönlichen Wünschen am nächsten kommt, dann ist Mediation eine sehr gute Wahl.

 

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Wollen Sie auf Mitgestaltung weitgehend verzichten, die Angelegenheit an Anwalt und Gericht delegieren und eine Urteilsentscheidung von einer staatlichen Autorität, dann ist das Gericht eine gute Wahl.

STIMMEN ZUM THEMA

Für die deutsche Sängerin Nena und ihre Großfamilie gehören Klärungsgespräche mit einem Mediator zum regelmäßigen Ablauf.

Im Interview mit dem People-Magazin „Gala“ gab die gebürtige Hagenerin Einblicke in ihren Alltag.

„In verhakelten Situationen ist es für mich echt hilfreich, einen Mediator zu haben. Ich kann das Gegenüber dann besser zu Wort kommen lassen und auch mal einen Moment stillhalten. Ein gutes Gespräch schafft Klarheit und Nähe.“

Die Gespräche mit dem Mediator wirken sich sehr positiv aus: Kann vorkommen, dass man sich sogar plötzlich wieder neu in den eigenen Mann verliebt.“

Im  SWR Nachtcafé zum Thema “ Die lieben Nachbarn – Krawall oder Idyll?“ erzählt (ca. ab Minute 54) eine junge Frau über den tragischen Ausgang eines Nachbarschaftskonflikts. Ihr Mann wurde vom Nachbarn erschossen. Beeindruckend wie gefasst und klar die junge Witwe den Ablauf der Geschehnisse schildert. Sie bedauert es, nicht eher über die Möglichkeiten der Streitbeilegung mittels Mediation Bescheid gewusst zu haben. Ihr Anliegen ist es, Menschen für die Eskalation von Beziehungen zu sensibilisieren, um frühzeitig und rechtzeitig etwas dagegen tun zu können.

Niemals hätte sie sich einen tödlichen Ausgang des Konflikts mit dem Nachbarn erwartet. Den Streit hatten die Männer und zurück bleiben zwei kaputte Familien“. Die an der Diskussion teilnehmende Richterin ( ca. ab 1 Std:12) spricht sich ausdrücklich für die Sinnhaftigkeit der Konfliktlösung mittels Mediation aus. In vielen Fällen ist Mediation geeigneter als das Gericht, um Konflikte zu lösen.

Nachtcafé - Die lieben Nachbarn - Krawall oder Idyll?
Die Nerven liegen blank! Im Hausflur hagelt es Vorwürfe, Beleidigungen, Drohungen. Im Extremfall kann es sogar tödlich enden - das Verhältnis zum lieben Nachbarn.
NACHTCAFé | 3.6.2016, 22.00 Uhr | 89:29 min

http://swrmediathek.de/player.htm?show=60df6e90-f611-11e4-ab30-0026b975f2e6    (ca. Min 54 bis  1:19)